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17.08. – 28.09.2014Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus, Fotograf: Thomas Drebusch
K. G. Schmidt und Weggefährten
Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus

Thomästraße 1 | 59494 Soest
Di. – Fr. 14 – 17:00 Uhr | Sa. + So. 11 – 17:00 Uhr | montags Ruhetag
Telefon: +49 2921 13524 | E-Mail: museen@soest.de | www.soest.de

Zur Ausstellung ist der Katalog I | K. G. Schmidt, Carlernst Kürten und Weggefährten erschienen. Weitere Infos dazu und Bezugsmöglichkeit finden sie hier.

K. G. Schmidt 1987 Atebo 7, Öl auf karton, 47x36 Photo Robère Scholz ©K.G. Schmidt Archiv
K. G. Schmidt | Atobo 7 | 1987

Vor genau hundert Jahren wurde in Dresden der Maler und Grafiker Karl Georg Schmidt geboren. In den Nachkriegsjahren verschlug es ihn nach Westfalen. Sein künstlerischer Werdegang entwickelte sich nach dem Krieg in mehreren Phasen. Er begann zunehmend abstrakt zu arbeiten. Zunächst im Informel beheimatet, wandte er sich dann der lyrischen Abstraktion zu. Auf der Suche nach einem weiteren neuen Thema entdeckte er die abstrakte Geometrie, die zu seiner langjährigen, ihn beherrschenden Ausdrucksweise wurde. Er lotete das Zusammenspiel von Formen und Farben aus. Auf seinen Bildwerken stellt er Quadrate, Rechtecke, Kreise, Ovale, Trapeze, Rhomben und auch Parallelogramme dar. Die einzelnen Figuren streben aufeinander zu, überlagern sich und stellen sich in immer neuen Konstellationen vor, weiche und harte Formen entfalten ihre Wirkung. Karl Georg Schmidt war Mitglied diverser Künstlergruppen. Er war Gründungsmitglied des Kunstvereins Kreis Soest.

Carlernst Kürten, 6_75, #3_5, 1983, Chromnickelstahl Skulptur, 46x75x36 Foto Klaus Jüdes ©Carlernst Kürten-Stiftung
Carlernst Kürten | 6/75, #3/5 | 1983

Ausgehend von geometrischen Form-Modulen schuf der Bildhauer Carlernst Kürten ab 1968 Edelstahlskulpturen, die sich vor allem durch ihre Glätte, Präzision und maßvolle Harmonie auszeichnen. Trotz der Starre des Materials bergen sie das Potential der Veränderung in sich. Nicht nur ergibt sich im Umschreiten der glänzenden Körper ein Wechselspiel von Licht und Schatten. Kürtens kleinformatige Objekte fordern auch dazu auf, selbst gestaltend Hand anzulegen. Durch Kippen und Drehen der Skulpturen oder das Reorganisieren mehrteiliger Objekte werden die Möglichkeiten des Formenspiels aktiv erfahrbar. Die Fülle der räumlichen Wirkungen erwächst dabei aus der konsequenten Vereinfachung der Form. Gegenüber Erich Lütkenhaus und K. G. Schmidt zeigt sich die produktive Auseinandersetzung und Autonomie Kürtens, geb. 1921 in Waltrop, der bis zum Tod im Jahr 2000 in seinem ländlich gelegenen Atelier wirkte.

Erich Lütkenhaus, 1924 in Hiddingsel geboren, ist Konstruktivist und Minimalist gleichermaßen. Sein Werk bedient sich weniger der Farbe als viel mehr des feinen Strichs, in Bleistiftzeichnungen und Grafiken, die fast wie Vorlagen für Baumeister erscheinen. Lütkenhaus’ Skulpturen faszinierten durch die minimalistischen Interventionen geometrischer, oft metallener „Fremdkörper“ in kubische, klare Formen natürlicher Werkstoffe. (Aus urheberrechtlichen Gründen wurde die Abbildung nach Ausstellungsende gelöscht.)

Gordon F. Turner o.T. o.J.. Acryl auf Leinwand 100x100 Photo Klaus Jüdes ©Marianne Turner -Kleinebekel
Gordon F. Turner | o.T. | o.J.

Gordon F. Turner, 1944 in England geboren, blieb im Anschluss an seinen Militärdienst in Lippstadt bzw. Erwitte und wirkte fortan als Künstler und Gebrauchsgraphiker. Nicht zuletzt daraus mag sich die enge Freundschaft mit dem Kollegen K. G. Schmidt entwickelt haben.

Turner nahm erfolgreich an Wettbewerben für Kunst an öffentlichen Bauten teil, deren Verwirklichung als Wandreliefs an vielen Orten in Westfalen und darüber hinaus zu finden sind.

 



Veranstaltungen

17. August 2014, 12 Uhr
Eröffnung | K. G. Schmidt und Weggefährten

24. August 2014, 12 Uhr
Matinee 1 | Kunst und Konstruktivismus – (k)ein Gegensatz
mit Prof. em. Dr. Peter Fuchs, Soest (Vortrag)
Führung durch die Ausstellung: Klaus I. Rogge

Das Team der Soester Ausstellung Hellweg Konkret freut sich sehr, den Soester Neubürger, Professor Dr. Peter Fuchs für eine Matinee im Rahmen der Ausstellung K. G. Schmidt und Weggefährten gewonnen zu haben.

Peter Fuchs, der u. a. bei dem Begründer der Systemtheorie Niklas Luhmann in Bielefeld studierte und bereits während des Studiums mit ihm zusammen publizierte, zählt zu den herausragenden Köpfen der Systemtheorie und des Konstruktivismus. Dies bestätigen zahllose Veröffentlichungen zu diesem Themenbereich wie z. B. Niklas Luhmann – beobachtet, 2004, Diabolische Perspektiven Vorlesungen zur Ethik und Beratung, 2010, DAS Sinnsystem, Prospekt einer allgemeinen Theorie, 2014. Peter Fuchs ist natürlich auch in den neuen Medien präsent. Auf YouTube gibt es zahlreiche Videosequenzen von und mit ihm zu sehen. Der Poesie widmet er sich genussvoll, so nachzulesen in seinem gerade erschienenen Gedichtband Hagazussa: Schirling und Balustrade, ausgestattet mit Bildern des Künstlers Uli Reiter.

Prof. Fuchs, der sich bereits 2012 unter dem – bisher unveröffentlichten – Titel Delikatesse und Akkuratesse, Zum geheimen Charme der Werke von Karl Georg Schmidt mit dessen Werk befasst hat, wird sich in seinem freien Vortrag mit Kunst und Konstruktivismus auseinandersetzen. Wie immer bei seinen Vorträgen, lässt er sich vorab nicht über den Inhalt aus. Das Werk von K. G. Schmidt wird durch Experimentieren gekennzeichnet, dies gilt gleichermaßen auch für Peter Fuchs. Lassen Sie sich überraschen.

Kunst und Konstruktivismus – (k)ein Gegensatz
Sonntag, den 24.8 2014 um 12 Uhr im Wilhelm Morgner-Haus
anschließend Führung durch die Ausstellung mit
Klaus I. Rogge und Peter Fuchs

Eintritt: 5€, Schüler bis 14 Jahre frei.

30. August 2014, 16:30 Uhr
SoestArt | Lange Nacht der Kunst in Soest im Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus
16.30 Uhr Führung durch die Ausstellung: Klaus I. Rogge
18.00 Uhr, Musik Cara‘Baya
19.30 Uhr, Wiederholung der Matinee 1 | Kunst und Konstruktivismus – (k)ein Gegensatzmit mit Prof. em. Dr. Peter Fuchs, Soest (Vortrag), Führung durch die Ausstellung: Klaus I. Rogge
21.00 Uhr, Musik Cara‘Baya

SoestArt | Lange Nacht der Kunst in Soest  in den Räumen der Sammlung Schroth
Arbeiten von K. G. Schmidt in den Räumen der Sammlung Schroth

7. September 2014, 12 Uhr
Matinee 2 | Konkrete Kunst – gestern – heute
Carl-Jürgen Schroth, Stiftung Konzeptuelle Kunst  Soest
http://www.skk-soest.de

Der Unternehmer Carl-Jürgen Schroth liebt die Kunst. Seit Ende der 1980er Jahre sammelt er mit wachsender Leidenschaft konkrete und post-minimale Kunst. Die Sammlung wurde bereits mehrfach in Arnsberg und Soest vorgestellt. Zu den Ausstellungen erschienen die Kataloge: Neuzugänge III Licht – Raum (2011); Neuzugänge IV Information (2012); Neuzugänge V Farben – Colours (2013). Im Katalog Privatzugang Private Kunstsammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (2011) ist die Sammlung Schroth neben so renommierten Sammlungen wie Sammlung Boros (Berlin), Julia Stoschek Collection (Düsseldorf), Museum DKM (Duisburg) vertreten. In diesem Jahr gründete Carl-Jürgen Schroth die Stiftung Konzeptuelle Kunst, um seine Sammlung dauerhaft der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Jahr 2010 kam es in Bad Sassendorf zu einer ersten Begegnung mit der Kunst des konkreten Künstlers K. G. Schmidt in dessen ehemaliger Atelierwohnung. Seit Jahren veranstaltet Carl-Jürgen Schroth zweimal im Jahr „Tage der offenen Tür“ in seinen privaten Räumen in der ehemaligen Marienschule in Soest, um seine Neuerwerbungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. In diesem Rahmen lud Carl Jürgen Schroth im Jahr 2011 Klaus I. Rogge vom K. G. Schmidt Archiv Bad Sassendorf ein, über das Leben und Werk des Künstlers K. G. Schmidt zu referieren. In der Marienschule wurde dann die Idee geboren, sich intensiver mit den konkreten Künstlern in der Hellweg Region auseinander zu setzen.
Der Sammler Carl-Jürgen Schroth wird Ihnen im Rahmen der Matinee seine Ideen und Vorstellungen zur Konkreten Kunst erläutern.

Konkrete Kunst – gestern – heute
Sonntag, den 7.9 2014 um 12 Uhr im Wilhelm Morgner-Haus
anschließend Führung durch die Ausstellung mit Carl-Jürgen Schroth

Eintritt: 5€, Schüler bis 14 Jahre frei.

14. September 2014, 12 Uhr
Matinee 3 | Collageklänge – Das Experimentelle im Werke K. G. Schmidts
Dr. Thomas Schriefers, Köln (Vortrag)

Im K. G. Schmidt Archiv Bad Sassendorf befindet sich ein größeres Konvolut an Collagen. Bei der Mehrzahl der Werke handelt es sich um Entwürfe, die zur Umsetzung in andere Techniken vorgesehen waren. Angeregt durch den Besuch der Doppelausstellung „Ruhestörung Streifzüge durch die Welt der Collagen“ im Kunstmuseum Ahlen und im Marta Herford wurde die Idee geboren, den Stellenwert von Collagen für das Werk des Konstruktivisten K. G. Schmidt einmal auszuloten. Es galt einen Experten für das Thema zu gewinnen. Die Wahl fiel auf keinen Geringeren als den Kurator der vorgenannten Ausstellung, Dr. Thomas Schriefers.

Thomas Schriefers, Architekt und bildender Künstler, ist Lehrbeauftragter an der Bergischen Universität Wuppertal und publiziert zu Architektur, Design und Kunst. Im Jahr 1993 erhielt er den renommierten Schinkelpreis für Kunst und Bauen in Potsdam/Berlin. Mit seinen Arbeiten ist er u.a. im Archiv der Berlinischen Galerie, im Martin-Gropius-Bau; im Kolumba, dem Kunstmuseum der Erzdiözese Köln, sowie im Kunstmuseum Ahlen vertreten.
Er kuratiert Ausstellungen und gilt als ausgewiesener Experte für Collagen. Ihn galt es, für einen Blick ins Archiv K. G. Schmidt zu gewinnen. Er kam nach Bad Sassendorf und tauchte ein in die Collagenwelt von K. G. Schmidt. Über seine Eindrücke und über den Stellenwert der Collagen für die Genese des Werkes von K. G. Schmidt wird Herr Dr. Schriefers im Rahmen der Matinee berichten. Ein spannendes Kapitel im Werk des Konstruktivisten K. G. Schmidt wird damit aufgeblättert und erhellt.

Collagenklänge – Das Experimentelle im Werke K. G. Schmidts
Sonntag, den 14.9.2014 um 12 Uhr im Kunstmuseum Wilhelm Morgner-Haus
anschließend Führung durch die Ausstellung mit Klaus I. Rogge

Vortrag: 3€, Schüler bis 14 Jahre frei.

17. September 2014, 15 Uhr
Hören, sehen. Kunst gestalten (mit praktischen Arbeiten)
mit Christoph Aßmann, Museumspädagoge
Anmeldungen über museen@soest.de erforderlich | Kostenbeitrag (2,- €/Person)

21. September 2014, 12 Uhr
Matinee 4 | „Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allererstenmal sieht.“
Vom Geheimnis des Konkreten Vortrag zum 100. Todestag von Christian Morgenstern und zum 100. Geburtstag von K. G.Schmidt, begleitet mit Klaviermusik von Erik Satie
Pastor Christian Casdorff, Bad Sassendorf

In K. G. Schmidts schriftlichen Unterlagen fand sich eine handschriftliche Notiz mit einem Zitat von Christian Morgenstern. K .G. Schmidt hat dieses sich als bemerkenswert notiert. Christian Casdorff (Reha-Seelsorger in Bad Sassendorf und Kulturbeauftragter des Ev. Kirchenkreis Soest) macht dieses Zitat zum Titel seines Vortrags. Er nimmt es zum Anlass, sich eine fiktive Begegnung zwischen Christian Morgenstern und Karl Georg Schmidt vorzustellen.

Der Künstler Schmidt wurde 1914 einen Monat vor dem Tod des Dichters Morgenstern geboren. Verständigungspotenzial zwischen den beiden gibt es genug. Nicht nur, weil der aus einer Maler-Familie stammende Morgenstern als Urvater der konkreten Poesie gilt. Zum musikalischen Vermittler hat sich Christian Casdorff den Komponisten Erik Satie gewählt, den großen Reduzierer der Musikgeschichte. Er spielt u.a. ein Stück, das Satie im Geburtsjahr K. G. Schmidts 1914 schrieb. Unter dem Titel „Seine Brille“ komponierte er einen auf seinen konkreten Kern hin reduzierten Walzer.  So entsteht während des Vortrags ein Dreiklang von konkreter Poesie, konkreter Kunst und konkreter Musik.

„Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allerersten Male wirklich sieht.“ Vom Geheimnis des Konkreten
Sonntag, den 21.9.2014 um 12 Uhr im Kunstmuseum Wilhelm Morgner-Haus
anschließend Führung durch die Ausstellung mit
Klaus I. Rogge und Christian Casdorff

Eintritt: 5€, Schüler bis 14 Jahre frei.

27. September 2014, 15 Uhr
Katalogvorstellung Hellweg Konkret: K. G. Schmidt, Carlernst Kürten und Weggefährten

28. September 2014, 12 Uhr
Finissage | Adieu – Vom Kulturhaus zum Museum – Zur wechselvollen Geschichte des Wilhelm-Morgner Hauses
Hauses Dr. Annette Werntze/Hubert Knippschild und Bürgermeister Dr. Ruthemeyer schließt das Morgnerhaus zum Umbau.

Ausstellungsteam
Klaus Jüdes (Kurator) | Gisela Rogge | Klaus Rogge | Carl-Jürgen Schroth
Miriam Schroth | Dr. Annette Werntze

Leihgeber
Frau Marianne Turner-Kleinebekel, Lippstadt
Private Sammlung
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Stiftung Kunstfonds Logo
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Förderer

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